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Quelle: Lübecker Wochenspiegel, 2. Ausgabe 2005, Text und Fotos: DO
Millionen Deutsche haben ein Haustiere. Zum Schmusen und Kuschein, als Gefährte und als besten Freund. Wenn es stirbt, sind Schmerz und Trauer bei Jung und Alt oft riesengroß. Trotz aller Emotionen stehen diese Tierbesitzer ziemlich schnell unausweichlich vor der Frage: Was machen wir mit dem toten Tierkörper? Der Wochenspiegel hat sich einmal umgehört, welche Möglichkeiten Lübecker haben, von ihrem Tier Abschied zu nehmen.
"Die meisten Menschen, die Haus und Hof haben, beerdigen ihren Vogel, ihre Katze oder ihren Hund im Garten", weiß Tina Waack, Mitarbeiterin des Tierschutz Lübeck (Tel. 30 69 11), aus vielen Gesprächen mit Anrufern.
Noch ist der 14-jährige Borneo recht rüstig. Frauchen will ihn später mal nicht in den Container bei der NFZ geben, wo tote Tierkörper landen.
Sie wollen ihren Liebling nicht einfach in eine Decke einschlagen und dann in eine Plastiktüte verpacken und in den Container bei der Sammelstelle der Norddeutschen Fleischzentrale (NFZ) in der Katharinestraße abgeben. "Die meisten möchten ihre Tiere würdig beerdigen."
Doch was machen Leute, die nur eine Mietwohnung haben? Denen bleibt oft nur der Gang zum Container der NFZ (Tel. 480 90), wo aus dem einst so geliebten "Putzi", "Schnucki" oder "Goldi" amtsprachlich ein "Konfiskat" wird.
"Das ist eine ziemlich herzlose Angelegenheit", empfindet auch Pförtner Frank Lederer das Prozedere. Die meisten, die an ihm vorbeigehen, fragen nur kurz nach, wo denn der Container stehe. Nach spätestens fünf Minuten seien sie wieder zurück. "Ohne ihre Plastiktüte und meist ohne eine Miene zu verziehen."
Viele Privatleute, aber auch zahlreiche Tierärzte und Polizisten entledigen sich hier für 18 Euro pro angefangener Tonne der unterschiedlichsten Tierkadaver. "Wenn der Container voll ist, wird der Inhalt in einem LKW zur Verbrennungsanlage nach Jagell gefahren" informiert Lederer.
"Man kann sein totes Tier aber auch einfach beim Tierarzt lassen oder es von der Tierkörperverwertungsfirma Nagel aus Neumünster (Tel. 04321/ 52 91 91) abholen lassen", zeigt der Lübecker Amtstierarzt Andreas Müller-Buder einen weiteren Weg auf. Rund 22,50 Euro kostet den Tierhalter der Abtransport seines Hundes, seiner Katze oder seines Meerschweinchens.
Vor BSE seien in der Tierverwertungsanlage aus den Kadavern dann Tierfutter, Seife oder Kosmetika hergestellt worden. "Das ist heute nicht mehr möglich", so Müller-Buder.
Wer möchte, kann den Tierkörper seines Lieblings auch einäschern ( Tel. 0431/ 71 75 20) oder ganz traditionell auf einem Tierfriedhof bestatten lassen. Der nächste liegt in Timmaspe zwischen Neumünster und Nortorf. Auf Wunsch und gegen ein Entgeld werden die Tiere auch von Zuhause abgeholt und dorthin gebracht. Der "Norddeutsche Haustierfriedhof Timmaspe" (Tel. 0431/ 69 84 57), so seine offizielle Bezeichnung, ist einer von 300 in Deutschland. 450 Gräber sind hier auf 17 000 Quadratemetern zwischen großen Fichten und Wacholderbüschen angelegt.
Seit 1980 werden auf diesem Gelände vor allem Hunde bestattet, aber auch Katzen, Meerschweinchen, Hasen und Vogel - anonym oder mit einem Grabstein. "Besonders Sonntags kommen viele Besitzer und pflegen die Gräber,- die sie auf Zeit mieten können. Sie pflanzen Blumen, fegen die Wege und polieren die Marmortafeln," erklärt Besitzerin Gabriele Howe.
Weitere Informationen über den Tierfriedhof gibt es im Internet unter www.tierfried-hof-timmaspe.de
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